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WÄLZLAGER. SCHMIERUNG. PRÄZISION.

Die Wahl des richtigen Lagerfetts entscheidet maßgeblich über Laufruhe, Lebensdauer und Ausfallverhalten eines Lagers. Diese Seite erklärt die Grundlagen der Wälzlager-Schmierung, die wichtigsten Kenngrößen und typische Fehler bei der Fettauswahl – ohne verbindliche Herstellerangaben vorzugeben.

TECHNICAL INSIGHTS
Drehzahl n U/min Bestimmt, ob als Schmierfilm Öl oder Fett geeignet ist.
Temperatur T °C Einflüssig auf Viskosität und Fettstabilität.
Belastung P N Hochlast erfordert ggf. EP-Additive.
Grundöl oil Basis des Fett- oder Ölvolumens.
Viskosität ν mm²/s Einfluss auf Schmierfilmstärke.
Verdicker thickener Bestimmt Konsistenz und NLGI-Klasse.
NLGI klasse Konsistenzklasse des Fett (z. B. NLGI 2).

Wälzlager und ihre Schmierung

Wälzlager übertragen Kräfte über rollende Wälzkörper und reduzieren dadurch den Bewegungswiderstand. Damit diese Aufgabe dauerhaft zuverlässig bleibt, müssen die Wälzkörper, Laufbahnen und Käfige zuverlässig geschmiert werden.

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Wälzlager

Rollende Wälzkörper wie Kugeln, Zylinder oder Rollen übertragen Radial- und Axialkräfte. Der Spalt zwischen Wälzkörper und Innen-/Außenring wird durch einen Schmierfilm stabilisiert – ohne Schmierung steigen Reibung, Temperatur und Verschleiß.

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Schmieraufgabe

Ein Schmierfilm trennt die berührenden Flächen, reduziert Reibung und Verschleiß, bindet Partikel und schützt die Laufregion vor Feuchtigkeit und Korrosion. Die Übergänge erfolgen in der Misch- und Grenzreibung im An- und Auslauf sowie bei niedrigen Drehzahlen.

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Fett oder Öl?

Fette bleiben im Lager, benötigen keine ständige Nachführung und eignen sich für geschlossene, wartungsarme Systeme. Öle zirkulieren besser und sind oft für höhere Drehzahlen gedacht, verlangen aber konstruktiv nach entsprechender Abdichtung und Zuführung.

Wälzlager — Kenngrößen

Drehzahl, Temperatur und Belastung bestimmen die Auswahl des Schmierfilms. Die Kombination dieser drei Größen definiert, ob ein Fett oder ein Öl, welche Viskosität und welche Konsistenz korrekt ist.

n U/min Drehzahl Bestimmt, ob als Schmierfilm Öl oder Fett geeignet ist.
T °C Temperatur Einflüssig auf Viskosität und Fettstabilität.
P N Belastung Hochlast erfordert ggf. EP-Additive.
oil Grundöl Basis des Fett- oder Ölvolumens.
ν mm²/s Viskosität Einfluss auf Schmierfilmstärke.
thickener Verdicker Bestimmt Konsistenz und NLGI-Klasse.
klasse NLGI Konsistenzklasse des Fett (z. B. NLGI 2).

Aufbau eines Lagerfetts

Ein Lagerfett entsteht aus drei Komponenten. Das Zusammenspiel von Grundöl, Verdicker und Additiven bestimmt die Konsistenz, den Schmierfilm und die EP-/AW-Eigenschaften.

GRUNDÖL Mineralöle, teilsynthetische oder hochreine PAÖ/PAGÖle bilden die Viskositätsbasis des Fetts. Sie bestimmen die Schmierfilmstärke.
+
VERDICKER Der Verdicker (z. B. Lithium, Calcium, Aluminium) geliert das Grundöl zu einer Konsistenz. Die Wahl bestimmt die NLGI-Klasse.
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ADDITIVE EP/AW-Additive, Korrosionsschutz und Viskositätsregulatoren. Standardverdicker sind Lithium, Calcium, Aluminium oder Polyurethan.
LUBRICATING GREASE

Warum das richtige Schmierfett entscheidend ist

Das Lauf- und Schmierverhalten eines Lagers hängt stark von der Fettwahl ab. Entscheidend sind die Trennung der Wälzkörper, das Nachschmierverhalten über die Lebensdauer und der Schutz der Laufregion unter realen Betriebsbedingungen.

Ein auf die Anwendung abgestimmtes Lagerfett verbindet einen geeigneten Grundölträger mit einem passenden Konsistenzverhalten und den erforderlichen Zusätzen. Nur so lässt sich ein dauerhaft tragfähiger Schmierfilm auch bei wechselnden Bedingungen halten.

Kriterien bei der Fettauswahl

  • Temperaturbereich der Anwendung
  • Drehzahl bzw. Umfangsgeschwindigkeit
  • Radial-/Axialbelastung und Stoßbeanspruchung
  • Viskosität des Grundöls
  • Konsistenzklasse (NLGI)
  • EP-/AW-Schutz bei hoher Last
  • Verträglichkeit mit vorhandenen Dichtungen und Fetten

EP-/AW-Eigenschaften und Tribokorrosion

Bei hohen Pressungen und in Grenzreibungssituationen reicht der reine Schmierfilm nicht immer aus. Hier greifen EP-Zusätze (Extrem Pressure) und die Schutzfunktion der AW-Additive.

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EP-/AW-Zusätze

EP-Zusätze reagieren unter hohen Drücken oder im Grenzreibungskontakt aktiv und verhindern das direkte Anhaften der Metallflächen. AW-Additive (Alterungsschutz) verlangsamen die Oxidation des Grundöls und verlängern so die Gebrauchstauglichkeit. Nicht jedes Fett benötigt EP-Schutz – ein EP-Fett ist nur dort sinnvoll, wo wirklich hohe Pressungen oder Stoßlasten auftreten.

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Tribokorrosion

Als Tribokorrosion (auch Tribokorrosion oder Reibkorrosion) wird das Zusammenspiel von mechanischem Abrieb und chemischer Reaktion an Wälzkontakten bezeichnet. Durch Mikroabtrag und hohe Flächenpressung können reibungsinduzierte Risss und Korrosion entstehen, die sich gegenseitig verstärken. Ein tragfähiger Schmierfilm verhindert den direkten Kontakt und schützt die Laufregion vor dieser kombinierten Schädigung.

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Filmschluss und Tragen

Das Zusammenwirken von Ölviskosität, Konsistenz und Additiven bestimmt, ob über dem gesamten Drehzahl- und Belastungsbereich ein tragfähiger Trennfilm erhalten bleibt. Ein zu dünner Film führt zu direktem Kontakt der Metallflächen – der Ausgangspunkt für Verschleiß, thermische Schäden und vorzeitigen Lagerschaden.

Nachschmierung & Verträglichkeit

Geplante Nachschmierung verlängert die Lagerlebensdauer. Die Verträglichkeit verschiedener Fette ist dabei kritisch – ein Mismatch führt zu Volumenveränderungen und Schmierstoffversagen.

1INTERVAL

Schmierfette altern und verlieren über die Betriebszeit an Schmierfähigkeit. Der Zeitpunkt für einen Fett‐Tausch oder eine Nachschmierung lässt sich nicht verallgemeinernd aus einer einzelnen Kenngröße ableiten.

2GREASE QUANTITY

Zu viel Fett erhöht die Temperatur und Lagerbelastung.

3OPERATING CONDITIONS

Temperatur, Drehzahl und Last definieren das Intervall.

4RE-LUBRICATION

Sauberer Austausch mit kompatiblem Fett.

Nachschmierintervalle

  • Im Mittelpunkt steht die Gesamtbetriebsdauer, nicht allein die Zeit seit der letzten Wartung.
  • Temperatur, Drehzahl und Staub-/Feuchtigkeitsbelastung beschleunigen die Alterung des Fettes.
  • Symptome wie Laufruhe-Anstieg, Temperaturerhöhung oder hörbare Geräusche weisen auf Nachschmierbedarf hin.
  • Herstellerangaben zu Nachschmierintervallen liefern nur dann Orientierung, wenn sie zur tatsächlichen Einsatzbedingung passen.
  • Bei schwer zugänglichen oder geschlossenen Lagern entscheidet die Auslegung, ob überhaupt nachgeschmiert werden kann.

Verträglichkeit verschiedener Schmierfette

  • Ein Mischen verschiedener Grundöle oder Verdicker führt oft zu einem Verlust der Konsistenz oder des Schmierfilms.
  • Bereits kleine Abweichungen bei NLGI-Klasse, Grundölart (mineralisch, synthetisch, Esterbasis) oder Additivsystem gelten als kritisch.
  • Vor einem Wechsel ist das Lager in der Regel vollständig zu entfetten und zu reinigen.
  • Im Zweifelsfall hat die Verträglichkeit Vorrang vor der reinen Spezifikation – Herstellerfragen zum konkreten Mischfall sind einzuholen.
  • Ein sauberes Nachschmieren mit dem identischen Fett bleibt die risikoärmste Lösung.

Typische Fehler bei der Auswahl von Lagerfetten

Viele Lagerschäden entstehen nicht durch ein grundsätzlich schlechtes Fett, sondern durch eine Fettwahl, die nicht zur konkreten Einsatzbedingung passt.

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Nur nach einem einzelnen Wert auswählen

Wird nur die Temperaturlage oder nur die Konsistenzklasse betrachtet, bleibt das Zusammenspiel aus Drehzahl, Last und Additivbedarf unberücksichtigt.

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Viskosität und Konsistenz verwechseln

Die Grundölviskosität und die NLGI-Konsistenz sind zwei unterschiedliche Kenngrößen. Ein weiches Fett ist nicht automatisch dünnflüssig im Schmierfilm.

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EP-Zusätze als Standard fehlinterpretieren

EP-Fette sind für hohe Pressungen sinnvoll, aber nicht immer nötig. Ein überflüssiger Zusatz kann bei Dichtungen oder mit anderen Fetten unerwünscht reagieren.

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Dichtungs- und Materialverträglichkeit außer Acht lassen

Dichtungen, Elastomere und andere Kunststoffe vertragen nicht jedes Grundöl. Die Verträglichkeit mit dem Material des Lagers muss geprüft werden.

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Mischen von Fetten

Verschiedene Grundöle, Verdicker und Additivsysteme können sich gegenseitig aufheben. Mischungen bergen ein hohes Risiko, wenn die Verträglichkeit nicht geklärt ist.

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Herstellerangaben als verbindlich ansehen

Datenblattwerte gelten unter definierten Prüfbedingungen und ersetzen keine Nutzung unter realen Betriebsbedingungen. Abweichungen verändern das tatsächliche Anforderungsprofil.

Haben Sie eine konkrete Schmierungsanfrage?

Für eine belastbare Empfehlung sind Lagerdaten, Betriebsbedingungen und vorhandene Schmierstoffe zu prüfen. Kontaktieren Sie uns für eine technische Einordnung.

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